REISE UND IMPFUNG

Trinkwasser und Trinkwasseraufbereitung
 
 
Urlaubszeit Reisezeit. Die schönste Zeit des Jahres rückt immer näher. Grund genug, sich langsam über einige Reisevorbereitungen (Reiseapotheke, Sonnenschutz, Insektenstiche und Impfschutz, Essen und natürlich auch Trinken) Gedanken zu machen. Dabei sollte man bei Reisen in süd- und osteuropäische sowie in tropische Länder die Qualität von Trinkwasser besonders kritisch beurteilen. Bei großer Hitze kann der Flüssigkeitsbedarf schnell 3 Liter überschreiten. Trinkt man überwiegend industriell abgefülltes Wasser, besteht wenig Gefahr für Ihre Gesundheit, da es in der Regel unter gleichen Normen wie hier in Deutschland entkeimt worden ist und so unbedenklich getrunken werden kann.
Doch sollte man sich bei den Mineralwasserflaschen nicht darauf verlassen, daß das Wasser darin lange bakterienfrei bleibt. Das Hauptproblem dabei ist der Schluck direkt aus der Flasche. Vom Mund aus gelangen beim Trinken die Keime ins Wasser und können sich hier schnell über Nacht vermehren. Ganz nach Paracelsius - "die Menge macht das Gift" - sind die geringen Keimmengen im Mund kein Problem für unsere Immunabwehr, doch ist das Wasser in der Flasche innerhalb von 1 bis 2 Tagen so stark verkeimt, obwohl es noch klar aussieht und neutral schmeckt, daß schnell Durchfall und andere Infektionskrankheiten folgen können. Also, nicht direkt aus der Flasche trinken, sondern einen Becher benutzen, besonders dann, wenn das Trinkwasser für mehrere Tage in dem mitgeführten Behälter verbleibt.
Ein weiters Problem ist das Leitungswasser, mit dem man sich die Zähne putzt, aus dem im Restaurant die Eiswürfel gemacht werden, der Salat oder das Obst gewaschen wird und die Karaffe Wasser auf dem Tisch. Es enthält entweder Mineralwasser (denken Sie hierbei an das oben gesagte: Wie lange steht die Flasche schon offen und vor allem, wie wurde sie gewaschen?) oder gar Leitungswasser.
In warmen Ländern sind die Leitungen oder Zisternen oft mit Keimen belastet, die robusten Naturen in kleinen Mengen (wie z.B. beim Zähneputzen oder beim Waschen von Obst mit Leitungswasser) wenig anhaben. Doch empfindliche Menschen, die vom Flug oder der langen Autofahrt, dem Klimawechsel, der Zeitverschiebung, der Hektik und Aufregung, bis man endlich am Reiseziel angekommen ist und dem ungewohnten Essen gestreßt sind, können schon schnell mit Durchfall auf diese geringe Keimbelastung reagieren ("Montezumas Rache"). Natürlich schlägt bei manchen schon allein der Streß auf die Verdauung. Doch im Gegensatz zum Durchfall als Folge einer Infektion beruhigt sich der Darm bei Durchfall als Folge von Streß nach einigen Tagen der Ruhe, Schonkost und Eingewöhnung schnell wieder.
Bei Reisen in warme Länder sollte man immer davon ausgehen, daß das Leitungs- und Brunnenwasser verkeimt sind. Außerdem sollten Sie Mineralwasserflaschen nie lange offen stehen lassen oder direkt daraus trinken (Becher benutzen!). Hierbei sollten Sie vor allem bei zuckerhaltige Limonaden Vorsicht walten lassen, da diese einen ausgezeichneten Nährboden für Keime bilden, also noch schneller verkeimt sind.
Für all diese Fälle werden von der Industrie verschiedene Möglichkeiten zur Haltbarmachung, zur Desinfektion und zur Filtration des benötigten Wassers angeboten, welche dem Trekking-Reisenden einen guten Schutz vor Infektionen bieten.
 
 
Mögliche Krankheiten bei unreinem Trinkwasser:
Amöbenruhr, Cholera, Coli-Bakterien, Hepatitis A, Ruhr (Shigellose), Typhus, Pilze.

Aufbereitung von Wasser:
Um sich vor einer Infektion zu schützen, also um vorzubeugen, kann man Trinkwasser durch den Einsatz von Silberionen (z.B. Micropur® ) haltbar machen. Bei Mineralwasser- oder anderen Trinkflaschen wird durch Silberionen eine Neuverkeimung bis zu 6 Monaten verhindert. Sinnvoll im Campingwagen, im Boot und bei mitgeführten Wasserkanistern.
Bei schon verunreinigtem Wasser wie Leitungs- oder Brunnenwasser sollte man das Wasser vorher mit Chlor (z.B. drinkwell®) desinfizieren und danach mit Silberionen haltbar machen (z.B. certisil combina® enthält Chlor und Silberionen).
Wer mit dem Rucksack unterwegs ist und nicht genug Trinkwasser mitführen kann und auf Wassergewinnung vor Ort angewiesen ist (Brunnen, Seen, Flüsse) sollte bei grob verunreinigtem Wasser einen Wasserfilter benutzen, der Schwebestoffe und Algen ausfiltern kann. Danach sollte das gefilterte Wasser trotzdem zur Sicherheit mit Silberionen und Chlor (z.B. mit certisil combina®) behandelt werden. Im Handel sind Filter z.B. von den Firmen Katadyn und MSR erhältlich, die das Wasser durch einen Keramikfilter filtern, der ja nach Wasserverunreinigung bis zu maximal 5000 l Wasser filtern kann.
Bei bakteriell stark kontaminiertem Wasser (fauliger Geruch, abgestanden, suspekte Quellen und Brunnen, etc.)  können die Keramikfilter mit einem Spezialfilter mit Microporen bis zu 0,2 micron kombiniert werden, die das Wasser fast frei von Bakterien, Amöben und Mycoplasmen filtrieren können. Aber auch hier ist anschließend die Desinfektion mit einem Chlorpräparat und die Haltbarmachung mit Silberionen zu empfehlen.
Die anschließende Entfernung des Chlorgeschmackes erfolgt mit der Entchlorung (z.B. mit drinkwell® antichlor).

Anwendung der Präparate:
Entsprechend der benötigten Wassermenge wird Micropur® oder certisil combina® dosiert dem Wasser zugegeben. Zeitdauer bis zum Wirkungseintritt etwa 30 Minuten bis eine Stunde. Beide Präparate sind als Tabletten oder als Flüssigzusatz zu erhalten.
Die Keramikfilter werden mit einer Handpumpe bedient. Der Spezialfilter mit Microporen ist ein Zusatzsystem zum Kermikfilter.
Die o.g. Präparate und Filter sind im Fachhandel für Outdoorausrüstung, Camping- und Bootszubehör erhältlich, die Desinfektionsmittel auch in Apotheken.
Für eine kompetente Reise- und Gesundheitsberatung lassen Sie sich zusätzlich bei Ihrem Arzt in der Sprechstunde persönlich beraten um dazu beizutragen, daß Ihr Urlaub rundherum eine Erholung für Körper und Seele wird.
 
Christian Sommerbrodt 
 
 
  
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